Vorsorge-Lexikon

AHV-Altersrente

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Jede in der Schweiz wohnhafte Person hat im Alter 64 (Frauen), resp. 65 (Männer) Anspruch auf eine AHV-Rente. Ehepaare erhalten 2 Einzelrenten à 75 % der normalen Einzelrente. Die minimale AHV-Rente beträgt 1'175 Franken (Stand 2015), die maximale 2'350 Franken (Stand 2015) im Monat. 2/3 aller AHV-Rentner beziehen heute die Maximalrente oder sind ganz nahe bei der Maximalrente.

Zeitpunkt des Anspruchs
Der Anspruch auf die Altersrente beginnt am ersten Tag des Monats, welcher der Erreichung des ordentlichen Rentenalters folgt.

Berechnung der Altersrente
Zwei Faktoren bestimmen die Höhe der Renten: Die «anrechenbaren Beitragsjahre» und das «massgebende durchschnittliche Jahreseinkommen».

Vollrente
Eine Vollrente erhält, wer ab dem 20. Altersjahr bis zum ordentlichen Rentenalter jedes Jahr lückenlos AHV-Beiträge bezahlt hat. Wurden die Beiträge jedoch nicht ohne Unterbruch einbezahlt oder fehlen sogar ganze Beitragsjahre, bestehen also so genannte Beitragslücken, kann die AHV nur eine Teilrente ausrichten: Ein fehlendes Beitragsjahr führt in der Regel zu einer Rentenkürzung um mindestens 2,3% (1/44).

Die Höhe der Rente hängt jedoch nicht nur davon ab, ob jemand die vollständigen Beitragsjahre vorweisen kann oder nicht. Sie wird ebenso von der Höhe des massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommens beeinflusst. Dieses setzt sich aus zwei Elementen zusammensetzen:

  • Die Höhe des durchschnittlichen Erwerbseinkommens
  • Erziehungs- und Betreuungsgutschriften

Berechnung des durchschnittlichen Jahreseinkommens
Um den Durchschnitt zu berechnen, werden sämtliche Einkommen vom 1. Januar desjenigen Kalenderjahres, indem das 21. Altersjahr erreicht wurde, bis zum Einkommen vom 31. Dezember des Jahres, das dem Eintritt des Rentenalters vorangeht, zusammengezählt. Die entsprechenden Erwerbseinkommen sind aus den individuellen Konten bei den AHV-Ausgleichskassen aufgeführt.

Die Erwerbseinkommen aus früheren Zeiten stammen aus Jahren mit tieferem Lohnniveau. Deshalb wird die Einkommenssumme entsprechend der durchschnittlichen Lohn- und Preisentwicklung aufgewertet. Die so erhöhte Summe aller Einkommen wird durch die Zahl der anrechenbaren Jahre geteilt.

Einkommen, welche die Ehegatten während der Kalenderjahre der gemeinsamen Ehe erzielt haben, werden geteilt und je zur Hälfte den beiden Ehegatten angerechnet (Vollsplitting).

Zusätzlich zum Erwerbseinkommen werden Erziehungsgutschriften (Betreuung minderjähriger Kinder) und Betreuungsgutschriften (Betreuung einer Person im gleichen Haushalt, welche eine Hilflosenentschädigung bezieht) angerechnet.

Erziehungsgutschriften
Diese Gutschriften sind keine direkten Geldleistungen, sondern Zuschläge zum Erwerbseinkommen, die erst bei der Rentenberechnung berücksichtigt werden. Anspruch auf Erziehungsgutschriften haben Altersrentner und -rentnerinnen für jedes Jahr, in dem sie Kinder unter 16 Jahren hatten. Erziehungsgutschriften betragen das Dreifache der jährlichen Minimalrente zum Zeitpunkt des Anspruchsbeginns. Bei verheirateten Personen wird die Gutschrift während der Ehejahre je zur Hälfte auf die Ehepartner aufgeteilt.

Betreuungsgutschriften
Diese Gutschriften sind wie die Erziehungsgutschriften keine direkten Geldleistungen, sondern Zuschläge zum Erwerbseinkommen, die jedoch im Individuellen Konto vermerkt werden. Wer pflegebedürftige Verwandte betreut, hat Anspruch auf Betreuungsgutschriften. Im Gegensatz zu den Erziehungsgutschriften müssen diese jährlich bei der zuständigen kantonalen Ausgleichskasse geltend gemacht werden. Der Anspruch besteht jedoch nicht für jene Jahre, in welchen Erziehungsgutschriften angerechnet werden können.

Plafonierung bei Altersrentner (Ehepaar)
Jeder Ehepartner hat Anspruch auf eine Einzelrente. Die Summe der beiden Renten eines Ehepaares beträgt maximal 150 Prozent des Höchstbetrages der maximalen Einzel-Altersrente. (Plafonierung).

AHV-Altersrente der Witwe / des Witwers beim Tod eines Altersrentners
Beim Tod einer Person, die eine Altersrente bezogen hat, wird die Altersrente der hinterbliebenen Person neu berechnet.

Vorsicht: Beitragslücken
Beitragslücken führen zu Rentenkürzungen. 1 fehlendes Jahr = 2,3 % weniger Rente! Beitragslücken der letzten 5 Jahre können durch Nachzahlung oder durch Anrechnung von Beiträgen der Jugendjahre (Beiträge ab dem 18. – 21. Altersjahr sind nicht rentenbildend) geschlossen werden. Wer länger im Ausland ist oder ausgetreten ist (als Arbeitsloser) soll darauf achten, freiwillig Beiträge als Nichterwerbstätiger zu zahlen.

Steuerbelastung bei Rentenbezug resp. Kapitalauszahlung
Ganz ohne Steuern geht es natürlich auch hier nicht: bei Auszahlung der Renten sind diese im üblichen Steuerprozedere als Einkommen zu versteuern; bei der Kapitalauszahlung des Pensionskassenguthabens ist dieses zu einem Vorzugssatz separat vom übrigen Einkommen zu versteuern. Danach ist das Kapital als Vermögen steuerbar und die Erträge werden wie bei normalem Vermögen besteuert.

 

Wie kann ich kontrollieren, dass meine Arbeitgeber die AHV-Beiträge einbezahlt haben?
Bestelle einen Auszug aus dem Individuellen Konto bei der auf dem Versicherungsausweis (AHV-Karte) angegebenen kontoführenden Ausgleichskasse. Eine Übersicht aller Ausgleichskassen findest du auch auf den letzten Seiten des Telefonbuchs.

Wie können Versicherte ihren Leistungsanspruch geltend machen?
Keine Leistung ohne Anmeldung. Jeder Anspruch auf Alters- oder Hinterlassenenrente muss auf dem dafür vorgesehenen Formular angemeldet werden. Die Anmeldung ist in der Regel bei derjenigen Ausgleichskasse einzureichen, bei der zuletzt Beiträge bezahlt wurden.

Wann müssen sich Versicherte für den Rentenbezug anmelden?
Wer seine Altersrente beziehen will, sollte die Anmeldung etwa 3 bis 4 Monate vor Erreichen des Rentenalters einreichen, denn es kann einige Zeit dauern, bis die Ausgleichskasse die nötigen Unterlagen beschafft und die Höhe der Rente berechnet hat. Dies ist vor allem beim Vorbezug zwingend, da ein rückwirkender Vorbezug der Rente ausgeschlossen ist.

Wann erhalte ich Kinderrenten?
Der Anspruch auf eine Kinderrente zur Altersrente besteht generell für Kinder, bis sie das 18. Altersjahr vollendet haben bzw. bis sie ihre Ausbildung abgeschlossen haben, längstens aber bis zum vollendeten 25. Altersjahr.

Kann ich den Rentenbezug vorziehen?
Im Rahmen des flexiblen Rentenalters, kann der Bezug der Altersrente um 1 oder 2 ganze Jahren vorgezogen werden.

Wer seine Altersrente vorbezieht, erhält für die Dauer des gesamten Rentenbezuges eine gekürzte Rente. Die lebenslängliche Kürzung der Rente pro Vorbezugsjahr beträgt 6.8 %. Im Sinne einer Übergangsregelung können Frauen mit den Jahrgängen 1942 – 1947 die Rente vorbeziehen und die Kürzung beträgt nur 3.4 % pro vorbezogenem Jahr. Der Vorbezug für einzelne Monate ist nicht möglich.


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