Vorsorge-Lexikon

Mutterschaft / Teilzeit

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Anspruch auf Mutterschaftsentschädigung
Anspruch auf Mutterschaftsentschädigung haben Mütter, die unmittelbar vor der Geburt mindestens neun Monate lang obligatorisch versichert waren (AHV) und in dieser Zeit mindestens fünf Monate erwerbstätig gewesen sind. Zum Zeitpunkt der Niederkunft muss sie zudem entweder als Arbeitnehmerin oder als Selbständigerwerbende gelten.

Arbeitslose Mütter
Arbeitslose Mütter haben in der Regel Anspruch auf eine Entschädigung, wenn sie bis zur Niederkunft Taggeld beziehen. Ist der maximale Taggeldbezug der Arbeitslosenversicherung (ALV) erschöpft, hat sie keinen Anspruch auf Mutterschaftsentschädigung, auch wenn sie eine den ALV-Taggeldern gleichwertige kantonale Leistung bezieht.

Höhe der Mutterschaftsentschädigung
Befindet sich die Versicherte im Mutterschaftsurlaub, hat sie Anspruch auf eine Entschädigung. Diese wird als Taggeld während 14 Wochen ausgerichtet und beträgt 80 % des vor der Geburt des Kindes erzielten durchschnittlichen Erwerbeseinkommens, jedoch höchstens 196 Franken pro Tag.

Pensionskasse Mutterschaftsentschädigung
Während der ganzen 14-wöchigen Dauer werden die Pensionskassenbeiträge in derselben Höhe entrichtet, wie dies vor der Geburt der Fall war, auch wenn der Jahreslohn vorübergehend wegen Mutterschaft sinkt. Führt die Beitragspflicht zu einer zu starken Belastung der Mutter, kann sie die Herabsetzung des versicherten Lohnes bei der Pensionskasse verlangen.

Teilzeit – stark reduzierter Pensionskassenlohn
Ein reduziertes Arbeitspensum führt in der Regel zu einem geringeren Einkommen. Das Gesetz der beruflichen Vorsorge sieht keine Anpassung des Koordinationsabzuges an den Beschäftigungsgrad vor. Dies hat zur Folge, dass der versicherte Lohn einer Teilzeitangestellten wesentlich geringer ausfällt als bei einem vollen Pensum. Dazu ein Beispiel:

  100 % - Pensum 50 % - Pensum
Jahreslohn CHF 65'000 CHF 32'500
Koordinationsabzug CHF 24'675 CHF 24'675
Versicherter Lohn CHF 40'325 CHF   7'825

Ein geringerer versicherter Lohn hat zur Folge, dass die versicherte Person und sein Arbeitgeber weniger Sparbeiträge leisten müssen, wodurch sich ihre Altersleistung bedeutend reduziert.

Zudem führt die Reduktion des versicherten Lohnes zu einem geringeren Einkaufspotenzial. (zusätzliche Angaben im Kapitel Einkauf)

Fortschrittliche Pensionskassen und Teilzeit
Wesentlich vorteilhafter für Teilzeitbeschäftigte ist es, wenn die Pensionskasse den Koordinationsabzug dem Beschäftigungsgrad anpasst oder sogar den vollen AHV-Lohn versichert. Eine Regelung welche heutzutage von fortschrittlichen Vorsorgeeinrichtungen bereits angeboten wird. Dazu ein Beispiel:

  100 % - Pensum 50 % - Pensum
Jahreslohn CHF 65'000 CHF 32'500
Koordinationsabzug angepasst CHF 24'675 CHF 12'338
Versicherter Lohn CHF 40'325 CHF 20'162

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