Vorsorge-Lexikon

Pensionierung

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Das ordentliche gesetzliche Pensionierungsalter ist für Männer im Alter 65 und für Frauen im Alter 64. Im jeweiligen Pensionskassenreglement kann auch ein anderes Pensionierungsalter festgelegt werden.

Die versicherte Person kann sich in der Regel entscheiden, ob sie zum Zeitpunkt der Pensionierung eine einmalige Kapitalauszahlung oder eine lebenslängliche monatliche Rentenzahlung erhalten möchte. Bei den meisten Pensionskassen kann auch ein beliebiger Mix zwischen Kapital oder Rente gewählt werden. Dazu muss die versicherte Person innerhalb einer gewissen Frist, in der Regel 1-3 Jahre vor der effektiven Pensionierung, angeben, welche Bezugsform sie bei der Pensionierung wünscht. 25 % des BVG-Altersguthabens (Obligatorium) kann bei der Pensionierung immer als Kapital bezogen werden, auch wenn die festgesetzte Frist nicht eingehalten wird.

Ein Kapitalbezug bei Pensionierung ist nicht möglich, wenn zu diesem Zeitpunkt Erwerbsunfähigkeitsleistungen bezogen werden und die Kapitaloption nicht vor Eintritt der Erwerbsunfähigkeit eingereicht wurde.

Je nach Pensionskassenreglement besteht auch die Möglichkeit, sich vorzeitig- oder nur zu einem Teil pensionieren zu lassen sowie die Pensionierung aufzuschieben. Bei einer vorzeitigen Pensionierung werden die Altersleistungen entsprechend gekürzt, bei einer aufgeschobenen Pensionierung entsprechend erhöht.

Altersrente
Dein Altersguthaben wird in eine sofort beginnende lebenslängliche Rente umgewandelt. Um die Altersrente zu berechnen wird das Alterskapital mit dem gültigen Umwandlungssatz multipliziert. Den für dich gültigen Umwandlungssatz entnimmst du deinem Vorsorgeausweis oder Pensionskassenreglement. Bei vielen Pensionskassen wird für den BVG-Anteil des Kapitals ein anderer Umwandlungssatz angewendet als für den überobligatorischen Teil.

Beispiel

dein Altersguthaben 300'000.-
davon BVG (Obligatorium) 200'000.-
davon Überobligatorium 100'000.-
Umwandlungssatz BVG / Überobligatorium 6.8 % / 6.2 %
 
Rente aus BVG 200'000.- x 6.8 % = 13'600.-
Rente aus ÜO 100'000.- x 6.2 % =   6'200.-
Total Rente pro Jahr 19'800.-

Eine versicherte Person, die im Zeitpunkt der Pensionierung Kinder unter 18 hat, erhält zusätzlich eine Pensionierten-Kinderrente von 20 % der Altersrente.

Wenn der Versicherte sich für eine Altersrente entscheidet, ist weiterhin eine Ehegattenrente mitversichert. D.h. beim Tod des Altersrentners erhält der hinterbliebene Ehegatte eine lebenslängliche Rente. Diese entspricht 60 % der Altersrente.

Altersrente tiefer als Lohn: keine Sozialabzüge
Für den Erhalt des aktuellen Lebensstandards empfiehlt sich ein zukünftiges Renteneinkommen von ca. 70 % des heutigen Lohnes. Was hierzu zu berücksichtigen gilt, ist, dass im Rentenalter keine Abzüge für die AHV, Pensionskasse, Unfallversicherung, usw. mehr bezahlt werden müssen. Zudem sind die Steuern geringer, weil das zu versteuernde Einkommen tiefer ist. Dies führt dazu, dass sich parallel zum Renteneinkommen auch die monatliche Belastung eines Haushalts verringert.

Zinseffekt bei der Hochrechnung des Altersguthabens resp. Projektion der Altersrente
Der Zinsertrag hat erheblichen Einfluss auf die langfristige Entwicklung des Vorsorgekapitals. 0.5 % mehr Zins führt zu 10 % mehr Rente!

Obwohl die angemessene Höhe des BVG-Mindestzinses oft und gerne diskutiert wird, schätzen viele seinen tatsächlichen Effekt falsch ein. Der Zinsertrag leistet neben den Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträgen einen erheblichen Beitrag zum Vorsorgekapital. Kurz gesagt: Je älter man ist, umso höher ist der Zinsanteil am Gesamtkapital.

Kapital
Ein Kapitalbezug ist unter folgenden Voraussetzungen möglich:

  • Innerhalb der festgesetzten Frist, in der Regel 1-3 Jahre vor der Pensionierung, wird das schriftliche Kapitalgesuch bei der Vorsorgeeinrichtung eingereicht.
  • Es wurde innerhalb der letzten drei Jahre kein Einkauf in die Pensionskasse gemacht. (Wenn Einkäufe getätigt wurden, darf die entsprechende Altersleistung aus dem Einkauf nur als Rente bezogen werden). Hier ist steuerlich umstritten, ob das ganze Kapital gemeint ist, oder nur der Teil aus dem Einkauf. Wir empfehlen deshalb, eine steuerliche Vorabklärung zu machen.
  • Es werden im Zeitpunkt der Pensionierung keine Erwerbsunfähigkeitsleistungen bezogen.
  • Bei verheirateten Personen muss der Ehegatte schriftlich zustimmen. Die Unterschrift muss beglaubigt werden.

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