Vorsorge-Lexikon

Das 3-Säulen-Prinzip

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Das 3-Säulen-Prinzip ist in der Bundesverfassung (BV Art. 111) verankert und soll eine umfassende finanzielle Risikoabdeckung bei Tod, Invalidität und Alter gewährleisten. Die tragenden Elemente sind:

1. Säule - Staatliche Vorsorge
Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) und Invalidenversicherung (IV) bilden die 1. Säule. Im Rahmen der 1. Säule werden auch Ergänzungsleistungen (EL) ausgerichtet. Rentner der AHV/IV, die über tiefe Einkommen verfügen, haben Anspruch auf Ergänzungsleistungen. Diese sollen zusammen mit den Leistungen der AHV/IV sowie den übrigen Einkommen den Existenzbedarf der Betagten, Hinterlassenen und Invaliden decken.

2. Säule - Berufliche Vorsorge
Die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) und das Unfallversicherungsgesetz (UVG) bilden die 2. Säule des 3-Säulen-Prinzips. Für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen besteht in der Schweiz ein Obligatorium. Das Gesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) umschreibt die Mindestanforderungen, welche im Rahmen der 2. Säule erfüllt werden müssen. Die Vorsorgeeinrichtungen können über die gesetzlichen Mindestbestimmungen (Obligatorium) hinausgehende Leistungen (Überobligatorium) vorsehen.

Zusammen mit der 1. Säule (AHV/IV) soll die berufliche Vorsorge die Fortführung der gewohnten Lebenshaltung, durch Ausrichtung von Leistungen im Alter, bei Tod oder Invalidität, in angemessener Weise ermöglichen.

Selbst bei lückenloser Zahlung der AHV-Beiträge, sowie der Pensionskassenprämien bleibt, je nach Höhe des letzten Bruttoeinkommens, eine Vorsorgelücke bestehen.

3. Säule - Private Vorsorge
Die Leistungen der 1. und 2. Säule erlauben es vielen nur begrenzt, den gewohnten Lebensstil während der Pensionierung zu erhalten. Für den Erhalt des aktuellen Lebensstandards empfiehlt sich ein zukünftiges Renteneinkommen von ca. 70 %.

Die 3. Säule dient der privaten Selbstvorsorge und ist freiwillig. Mit ihr lassen sich Vorsorgelücken schliessen, damit mit privaten Ersparnissen oder auch dem Kauf von Privateigentum individuell eine weitergehende Vorsorge aufgebaut wird. Für erwerbstätige mit höheren Einkommen kann eine Vorsorge in der 3. Säule unter Umständen sogar notwendig sein, um die Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung zu gewährleisten.

Die private Vorsorge (3. Säule) unterteilt sich in:

  • Säule 3a - gebundene Vorsorge
  • Säule 3b - freie Vorsorge


Die Säule 3a ist an gesetzliche Auflagen gebunden, geniesst dafür aber Steuervorteile. Für Erwerbstätige beträgt der maximale Steuerabzug CHF 6'768 pro Jahr (2015). Die Säule 3b (z.B. Sparkonto, individuelle Anlagen, usw.) ist flexibler (jederzeit auflösbar), dafür sind die Steuervorteile beschränkt. Beide Vorsorgelösungen werden sowohl in Form von Bank- als auch Versicherungsprodukten angeboten.

Auch ein Eigenheim ist eine sehr gute Form der Vorsorge. Wer im Alter in einem abbezahlten Eigenheim wohnt, hat meist keine finanziellen Probleme.


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