Vorsorge-Lexikon

Leistungs- und Beitragsprimat

zurück...

Beitragsprimat
Die Vorsorgeleistungen im Alter werden aufgrund der eingebrachten Einlagen und der festgelegten Beiträge plus Zinsen berechnet.

In diesen Kassen haben die ausscheidenden Versicherten Anspruch auf das für sie in der Vorsorgeeinrichtung gebildete Sparguthaben bzw. Deckungskapital (auch Altersguthaben genannt).

Das heisst die Versicherten erhalten

  • alle für sie bezahlten Sparbeiträge (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge)
  • ihre Einlagen und
  • sämtliche Zinsen.


Leistungsprimat
Die Vorsorgeleistungen werden in einer bestimmten Höhe festgelegt, z.B. Rente in Höhe von 60 % des versicherten Lohns. Aufgrund dieses vorgegebenen Leistungsziels werden die zu bezahlenden Beiträge berechnet. In diesen Kassen entspricht die Freizügigkeitsleistung dem Barwert der erworbenen Leistungen. Das heisst die Freizügigkeitsleistung entspricht jenem Betrag, der nach den versicherungstechnischen Grundlagen notwendig wäre, um die von der versicherten Person im Zeitpunkt des Austritts erworbenen Leistungen in die gleiche Kasse einzukaufen. Die Pensionskasse muss in ihrem Reglement eine Tabelle zur Berechnung der Freizügigkeitsleistung vorsehen.

Im Hinblick auf die Pensionierung ist das Leistungsprimat die vorteilhafteste Vorsorgeform. Unabhängig von allen Turbulenzen auf den Finanzmärkten und der zunehmenden Lebenserwartung wird hier eine Rente in Prozent des letzten Lohnes ausbezahlt. Die gesamten Risiken trägt folglich die Pensionskasse und nicht der Versicherte, im Gegensatz zum Beitragsprimat. Die hohen Finanzierungslasten des Leistungsprimats sind denn auch ein Hauptgrund dafür, dass diese Form immer weiter zurückgeht und heute nur noch gut 13.5 % aller Versicherten vom Leistungsprimat profitieren.

Allerdings ist diese Vorsorgeform nicht für alle Versicherten günstig. Für jüngere Versicherte, welche die Pensionskasse wieder verlassen, ist diese Vorsorgeform unattraktiv, weil nicht die gesamten Arbeitgeberbeiträge im Freizügigkeitsfall mitgegeben werden. Die ideale Versichertenkarriere verläuft daher so, dass die ersten 20 Beitragsjahre bis Alter 45 in einer Beitragsprimatskasse versichert sind und man dann mit der hohen Freizügigkeitsleistung in eine Leistungsprimatskasse eintritt. Leistungsprimatskassen lohnen sich ungefähr ab dem Alter 45, ab Alter 55 werden sie sogar extrem vorteilhaft.

Um den Unterschied zwischen Beitrag und Leistung aufzuzeigen, hier ein vereinfachtes Beispiel veranschaulicht durch Tanken an einer Tanksäule:

Im Beitragsprimat weiss man, man hat 20 Franken zum Tanken zur Verfügung, weiss aber nicht, wieviel Liter Benzin man dafür bekommt, was also die (Gegen-)Leistung ist. Man weiss aber genau, man hat 20 Franken.

Im Leistungsprimat weiss man, man bekommt 50 Liter Benzin, weiss aber nicht, wieviel man dafür bezahlen muss, was es also kosten wird. Man weiss aber genau, man bekommt 50 Liter.


zurück...
cron